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Elke Pilmaier Gartengestaltung
Elke Pilmaier
Was mich ausmacht – Denken mit den Händen
Es gibt da dieses Kleinkindfoto. Ich in einem 70er-Jahre-Hängekleidchen, gelb mit weißen Punkten. Ich sitze in einer Wiese, ganz allein beim Blumenpflücken, völlig versunken. Heute würde man wohl sagen, ich war voll im Flow.
Meine Mutter hat erzählt, dass ich schon als kleines Kind jede Pflanze anfassen musste. Daran hat sich nicht viel geändert. Noch immer machen mich Blumenwiesen glücklich. Ich liebe es, bunte Sträuße zu machen. Der Aufenthalt in der Natur erfüllt mich mit Freude und gibt mir Geborgenheit.
Was lässt sich mit so einer Neigung anfangen? Auf jeden Fall irgendwas mit Natur und mit Gärten. Mit 14 wusste ich: Ich will Gartenarchitektin werden! Aber ich war ein behütetes Kleinstadtmädchen, ohne jedes handwerkliche Wissen, aufgewachsenen im verwunschenen Schrebergarten meiner Mutter und Großmutter – und immer mit diesem Bild einer Blumenwiese in der Seele.
Eines war klar: Um meinen Traum zu verwirklichen, musste ich erstmal praktische Erfahrung sammeln. Nach dem Abi stellte ich meine Pläne für ein Studium zunächst zurück und beschloss, eine Berufsausbildung zu machen. Ich habe diesen Schritt nie bereut. Noch heute mache ich vieles selbst und gestalte mit dem, was ich im Garten vorfinde. Man könnte auch sagen: Ich denke mit den Händen.
Mein Werdegang
Ich bin ausgebildete Garten- und Landschaftsgärtnerin; das Gärtnern habe ich sozusagen von der Pike auf gelernt. Anschließend habe ich ein Studium der Landschaftsarchitektur absolviert und noch während der Studienzeit einen Betrieb für Garten- und Landschaftsbau gegründet.
Mehr als zehn Jahre lang durfte ich unzählige Gärten anlegen und pflegen. Diese Arbeit hat mich erfüllt. Doch mit der Zeit merkte ich, dass noch irgendetwas fehlte, und das war der Umgang mit Menschen. Ich beschloss, dem Gefühl nachzugeben, und begann, mich psychologisch fortzubilden – u. a. mit einer systemischen Familienberatungsausbildung.
In der folgenden Dekade sammelte ich Berufserfahrung im sozialpädagogischen Bereich. Die Arbeit in der Jugendhilfe und mit benachteiligten Menschen, später auch in Projekten des globalen Südens, hat meine Perspektive auf unser gesellschaftliches Zusammenleben erweitert. Sie hat aber auch meinen Blick dafür geschärft, unter welch privilegierten Bedingungen wir in den wohlhabenden Ländern leben.
Die internationale Erfahrung hat mir viele Jahre lang bei der Durchführung kommunaler Projekte in Deutschland geholfen. Im Umgang mit Menschen unterschiedlichster Prägung und mit ganz verschiedenen Bedürfnissen.
Irgendwann erhielt ich dann ein Angebot der Waldorfschule am Maschsee, als Gartenbaulehrerin zu unterrichten. Wieder etwas Neues! Kurzentschlossen nahm ich das Angebot an. Begleitend habe ich eine Ausbildung zur Waldorflehrerin gemacht und darf bis heute auf dem idyllischen Gelände der Schule Kinder betreuen und an die Natur heranführen.
Am leuchtenden Sommer­morgen geh ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen, Ich aber, ich wandle stumm.
Heinrich Heine
Elke Pilmaier Gartengestaltung
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