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Elke Pilmaier Gartengestaltung
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Gartenpflege
Im Einklang mit der Natur
Die Pflege meines Gartens funktioniert für mich nur im Einklang mit dem "Geist des Ortes", dem Genius Loci. Ich würde sogar sagen, da ist immer auch eine "Seele des Ortes". Wenn ich mit dem Geist und der Seele meines Gartens kommuniziere, verlasse ich mich ganz auf meine Intuition.
Mich selbst sehe ich dabei in friedlicher Koexistenz mit den Lebewesen, die den Ort mit mir teilen. Daraus folgt eine behutsame Pflege, der Verzicht auf ortsfremde, künstliche Stoffe (Gifte aller Art sind ohnehin ein No-Go!) und ein möglichst schonender Umgang mit elektrischen Geräten sowie die konsequente Verwendung aller organischen "Abfälle" als Ressource innerhalb des Gartens.
Die Erde bewege ich nur sehr vorsichtig. Ich grabe nicht um und hacke niemals hart durch den Boden, sondern jäte und lockere ausschließlich mit Handschaufel und Handgrubber. Kleine Tiere nehme ich mit der Hand auf und setze sie an eine andere Stelle. Mögen sie noch so zahlreich sein, jedes einzelne ist wertvoll! Augen zu und durch ist da keine Option.
Wenn ich Steine, Platten oder Hölzer anhebe oder verlagere, versuche ich, alles, was darunter kreucht und fleucht, behutsam abzuklopfen oder umzusetzen. Na ja, fast alles! Eine der Ausnahmen sind die Ameisen, die gefühlt jeden Quadratmeter meines Gartens in Besitz genommen haben.
Das Aufstören eines Ameisenvolkes oder einer Assel-Großstadt löst dabei immer wieder innere Widerstände und tragikomische Rettungsversuche aus. Manchmal frage ich mich wirklich, ob es anderen auch so geht.
Elke Pilmaier Gartengestaltung
Saisonbeginn im Spätwinter
Ab Februar beginnt für mich die eigentliche Gartensaison. Den Anfang machen – bei frostfreiem Wetter – immer die Gehölzpflege und der Schnitt der zahlreichen Schilfe, vor allem der Chinaschilfe, deren braune, abgestorbene Halme sich in alle Windrichtungen verteilen wollen.
Danach türmt sich überall im Garten haufenweise das Schnittgut. Rechtzeitig vor der Wachstumsphase der Wiesen und des Rasens muss dafür eine Verwendung gefunden werden. Sonst entstehen daraus wahre Gebirge aus Biomasse, die ständig im Weg herumliegen.
Eigentlich sind diese Haufen tolle Lebensräume für allerlei Tiere. Aber dafür braucht man Platz und nicht einsehbare Ecken, wo der Anblick niemanden stört. Hätte ich mehr von beidem, würde ich solche Biotope bewusst liegen lassen.
Alles wird wiederverwendet
In den ersten Jahren mussten wir noch jede Menge Müll aus dem Garten entfernen. Diese Phase ist zum Glück vorbei. Heute brauche ich fast nichts mehr zu entsorgen und kann das meiste an Ort und Stelle kreativ nutzen. Ein echter Gewinn – für mich und für die Umwelt – und ein wichtiges Etappenziel auf dem Weg zum vollständig nachhaltigen Garten.
Alles, was ich im Garten abschneide, findet irgendeine Verwendung. Die Äste baue ich in Naturzäune und Benjes-Hecken ein oder schreddere sie zu Bodenbelag. Gräser und Schilf werden als Mulch für Gemüsebeete, z. B. unter den Erdbeeren, klein geschnitten. Unkraut und kleinere organische Abfälle werden zu Kompost umgewandelt.
Bauschutt und Betonplatten, sogar abgerissene Mauern verwende ich zum Bau von Trockenmauern oder nutze sie als Bodenbelag.
Elke Pilmaier Gartengestaltung
Lästige Untermieter: Giersch und Co.
Für den Kompost haben wir in beiden Gärten großzügige Bereiche eingerichtet. Pro Garten entstehen so – ohne Gehölzschnitt – jährlich mindestens 5 bis 10 Kubikmeter kompostierter Rohstoff. Um dafür immer wieder Platz zu schaffen und weil ich weder Zeit noch Lust habe, das ganze Material zu wenden und zu sieben, nutze ich bereits den halb verrotteten Kompost im Frühjahr wieder für den Gemüsegarten, meist in Form von Hügelbeeten.
Die Blumenbeete werden bei der Kompost-Nutzung konsequent ausgespart. Aus gutem Grund: Die Unkräuter und organischen Reste kommen bei mir ungeordnet in den Kompost, und ich möchte vermeiden, mit den nicht zersetzten Wurzeln wuchernde Unkräuter wie Giersch in die Dauerbepflanzungen einzuschleppen. Im jährlich neu bepflanzten Gemüsebeet mögen Giersch und Co. als Untermieter kein Problem sein. In den dauerhaften Staudenbeeten, vor allem im Wurzelbereich der Sträucher, sieht das jedoch anders aus.
Brombeeren, Hopfen, Brennnesseln – die ungebetenen Gäste
Mein schwierigstes Pflegethema war in den ersten Jahren der Kampf gegen Brombeeren, Hopfen und Brennnesseln. Am Ende jedes Winters, spätestens ab März, habe ich großflächig (und wie ich glaubte, vollständig) mit der Grabegabel die Wurzeln der Pflanzen ausgegraben, die sich wie Matten miteinander verflochten und im Boden breitgemacht hatten.
Auf diese Weise habe ich wohl Hunderten von Regenwürmern das Leben gerettet, die anscheinend ein besonders inniges Verhältnis zu den Brennnesselwurzeln pflegen. Eine maschinelle Bearbeitung hätte nichts gebracht, höchstens eine zusätzliche Vermehrung der Pflanzen. Aber das käme ohnehin nicht in Frage, da unser Garten nur durch ein schmales Tor und einen langen Fußweg erreichbar ist.
Nach der üblichen Pflegerunde durch den Garten sowie diversen Bau- und Entrümpelungsprojekten war der Brombeer-Hopfen-Brennnessel-Urwald dann spätestens im Juli wieder da. Eine Wiederauferstehung, die quasi hinter meinem Rücken stattgefunden hatte. So kämpfte ich Jahr für Jahr, Zentimeter für Zentimeter gegen die ungebetenen Gäste, immer drei Schritte vor und zwei zurück.
Doch die Mühe hat sich gelohnt: In meinem achten Gartenjahr musste ich nur noch einzelne Brombeer- und Hopfenpflanzen ausgraben. Jetzt heißt es vor allem dranbleiben und die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen. Denn aus einer übrig gelassenen Brombeer- oder Hopfenwurzel wird spätestens nach ein paar Monaten wieder ein ganzes Gebüsch.
Elke Pilmaier Gartengestaltung
Das Frühjahr bedeutet viel Arbeit
Nachdem die Brombeerwildnis erfolgreich zurückgedrängt ist, wird es Ende März, Anfang April Zeit, die Gemüsebeete herzurichten und den letztjährigen Kompost zu verarbeiten. Zum Aussäen der ersten Salate, wie es die gewiefte Gärtnerin frühzeitig macht, komme ich dann meist noch nicht. Vielleicht schaffe ich das ja, wenn ich mein zehntes Gartenjubiläum feiere. Bis dahin gibt es immer noch jede Menge Bau- und Renovierungsbedarf und vieles andere zu erledigen, das bis zum Frühlingsbeginn Priorität hat.
Der April ist ausgefüllt mit der Beet-Pflege im Vor- und Cottage-Garten, mit Jäten, Umpflanzen, Nachpflanzen, Teilen und Ausbessern. Bis dahin empfiehlt es sich unbedingt, bereits alle Strauchschnitt- und Neuanlagen abgeschlossen zu haben. Sonst fühlt sich die Gartenarbeit an, als würde man ständig der Zeit hinterher rennen.
Das Gartenjahr ist zwar immer eine Freude, aber es hat eben auch seine Hamsterrad-Momente. Ist das Frühjahr lang und ist genug Zeit für jeden Schritt, dann ist das Arbeiten angenehm. Man fühlt sich selbstbestimmt und weniger getrieben. Es ist das gute Gefühl, sozusagen "vor der Zeit" zu sein. Vielleicht kennen das andere ja auch.
Gartenpflege im Sommer
Im Sommer kann man den Pflanzen dann förmlich beim Wachsen zusehen. Hinter meinem Rücken wuchern die Brennnessel-Matten und Hopfen-Lianen, die innerhalb eines warm-feuchten Tages ihre mehr als halb-meter-langen "Fühler" in die Beete hinein ausstrecken, um Halt für ihre schweren Ranken zu finden. Wenn man nicht höllisch aufpasst, überwuchern diese Eindringlinge alles und machen die Beete für den Sommer endgültig unansehnlich.
Die Staudenbeete jäte ich nur zweimal jährlich, aber dann sehr gründlich: einmal im April und, je nach Feuchtigkeit, einmal im Juli oder August. Perfektionist*innen sollten das öfter tun. Bei näherem Hinsehen sind meine Beete auch nicht wirklich unkrautfrei. Aber die Blütenfülle, die Üppigkeit und die entspannte Stimmung in den Sommermonaten lenken in der Regel davon ab, den Boden einem allzu strengen Prüfblick zu unterziehen.
Elke Pilmaier Gartengestaltung
Herbst und Winter: Der Garten kommt zur Ruhe
Im November grabe ich die Dahlien aus, die das meiste Unkraut gnädig verdecken. In den Beeten, die nun wieder übersichtlicher werden, entferne ich abschließend noch einmal Brennnesseln und größere Unkräuter, bevor ich dann das Laub vom Rasen in die Beete harke.
Die dicke Laubschicht aus weichen Apfel- und Weidenblättern, die unseren Garten im Herbst überdeckt, hält den Boden geschützt, das Bodenleben aktiv und bewahrt die Stauden und Sträucher vor Kahlfrost. Nur der Rasen muss Luft und Licht behalten.
Die Rosen häufele ich nicht an, denn die stehen im Winter sozusagen "knöcheltief" im Laub. Das sollte allerdings spätestens im März wieder herausgeharkt und kompostiert werden. Damit die Frühjahrssonne die Erde erwärmen kann und die mittlerweile halb kompostierten schweren Laubmulldecken die aufkeimenden lichthungrigen Pflanzen nicht verdrängen.
Im Winter wird in meinem Garten alles schwer – das Laub, der Boden an den Füßen, sogar die Gartengeräte, an denen die feuchte Erde haften bleiben. Ende Februar schieben sich dann die Narzissen durch das Laub. Wenn sich die ersten Triebe durch die Blätterschicht bohren, wird es Zeit, das Laub mit einem Dank und Fächerbesen vorsichtig heraus zu harken und auf den Kompost zu bringen.
Das Gartenjahr rundet sich
Trotz der bodendeckenden Bepflanzung entstehen jedes Jahr wieder Lücken in den Beeten, die ich im April und Mai mit neuen Pflanzen ergänze. In der Regel haben sich im Vorjahr ausreichend "Wanderer" wie Fingerhüte oder Lichtnelken ausgesamt, oder an bestimmten Stellen (meinem "Spezialstellen") sprießen wilde, weiße Doldenblütler, die von außerhalb des Gartens eingewandert sind.
Vieles davon lasse ich dort stehen, wo es sich ausgesät hat. Aus einem einfachen Grund: Der selbst gewählte Standort ist fast immer der richtige Standort, und dort gedeihen die Pflanzen am kräftigsten. Wo sich zu viele ausgesät haben, nutze ich das vorhandene Angebot, grabe die Pflänzchen mit Wurzelballen aus und pflanze damit die Lücken in den Beeten zu oder ergänze die Bepflanzung zwischen den Stauden.
Am leuchtenden Sommer­morgen geh ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen, Ich aber, ich wandle stumm.
Heinrich Heine
Elke Pilmaier Gartengestaltung
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