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Elke Pilmaier Gartengestaltung
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Kraftort Garten
Mein Garten, meine Kraftquelle
Mein Schrebergarten ist mein Lieblingsort. Er ist mein Lehrer, mein Rückzugsort und meine Muse. Ohne ihn zu leben, kann ich mir längst nicht mehr vorstellen. Aber das war nicht immer so. Ehrlich gesagt war es sogar ein ziemlich weiter Weg dorthin.
Wie alles begann
An einem nasskalten Schneenachmittag Ende 2017 nach einem verregneten Sommer überkam mich plötzlich der Drang, mal wieder einen Spaziergang durch unser nahegelegenes Kleingartengebiet zu unternehmen. Es war die Zeit zwischen Weihnachten und Silvester. Die Temperaturen lagen seit Tagen um den Gefrierpunkt, an der Leine stand das Wasser hoch. Kaum jemand war auf der Straße. Auch die Kleingartenkolonie wirkte wie ausgestorben.
Ich war schon seit Jahren auf der Suche nach einem eigenen Garten, hatte den Plan inzwischen aber fast aufgegeben. Vielleicht, dachte ich, kann so ein Schrebergarten meine Ansprüche ja gar nicht erfüllen, und ich müsste am Ende doch aufs Land ziehen, um meinen Traum zu erfüllen.
Tja, und dann sah ich ihn...
Elke Pilmaier Gartengestaltung
Ein Ladenhüter mit Potenzial
Der Garten, der einmal meiner werden sollte, präsentierte sich nicht gerade von seiner Schokoladenseite: verwildert, voller Brombeeren, Brennnesseln und Plastik. Das ganze Areal total vernachlässigt – ein Müllplatz und Ladenhüter. Überall Spuren von Partys, dem Sammeln nutzloser Dinge, der Überforderung.
Im Januar 2018, dem Zeitpunkt der Erstbesichtigung, kam dann auch noch das Hochwasser dazu. Der hintere Teil war überhaupt nicht mehr begehbar und glich eher einem See als einem Garten. Ich machte mir keine Illusionen: Ich sah die viele Arbeit, die auf uns zukommen würde. Aber auch die unwahrscheinliche Erfüllung von allem, was ich mir in meiner Vorstellung ausgemalt hatte.
Ein solide errichtetes Holzhaus mit ausgebautem Dachgeschoss auf einer erhöhten Plattform – inmitten eines weitläufigen Geländes mit wenigen, aber wunderschönen Bäumen und Großsträuchern. Der uralte, schirmförmige Apfelbaum und die großzügige Terrasse.
Die günstige Lage des Hauses zum vorderen Toreingang hin, ein idealer Lärm- und Sichtschutz. Die Aufteilung in einen kleinen, charmanten Vorgarten und einen großen, sichtgeschützten Hauptgarten. Und nicht zuletzt der direkte Zugang zu einem malerischen Uferweg am nahegelegenen Fluss Leine und die alles umgebende großartige Natur.
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Ein Schuss Wahnsinn und Selbstüberschätzung
Wegen der Vernachlässigung und der Lage im Hochwassergebiet war der Garten schon längere Zeit frei. Wir haben sofort zugegriffen. Ein Akt von Wahnsinn und Selbstüberschätzung? Ich würde sagen, ein bisschen von beidem. Zugegeben: Zwischendurch habe ich schon mal an unserem Verstand gezweifelt. An meiner spontanen Liebe zu diesem Fleckchen Erde aber nie.
Wie sich bald zeigte, hatten wir den Arbeitsaufwand keineswegs überschätzt. In den ersten Jahren mussten wir fünf riesige Container mit Müll entsorgen, haben einen völlig zerfallenen und verfaulten Schuppen samt verrostetem Innenleben abgerissen, ein Vordach komplett umgebaut und an die 150 Quadratmeter Brombeergebüsch, Brennnesseln und Giersch entfernt.
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Zwischen Dürre und Hochwasser
Die Niederschlagsverhältnisse haben mich vor noch größere Herausforderungen gestellt. Schon im ersten Gartenjahr fiel ab April monatelang kein Regen mehr und die Sonnentage nahmen bis November 2018 kein Ende. Zur Jahreswende 2023, als die Neupflanzungen an ihrem Höhepunkt waren, kehrten sich die Verhältnisse dann schlagartig um. Über Niedersachsen brach das sogenannte Weihnachtshochwasser herein, das höchste und längste seiner Art seit Jahrzehnten.
Zeitweilig stand das Wasser so hoch, dass es bis an die Türschwelle unseres erhöht gelegenen Hauses heranreichte. Wir fieberten, hofften und flehten – bis das Wasser nach tagelangem Auf- und Abschwellen der Pegelstände nach Weihnachten endlich wieder zurückging. Ein einziger Zentimeter hatte gefehlt, und unser geliebtes Häuschen wäre überflutet worden. Wer hatte sich diesen Thriller bloß ausgedacht?
Am leuchtenden Sommer­morgen geh ich im Garten herum.
Es flüstern und sprechen die Blumen, Ich aber, ich wandle stumm.
Heinrich Heine
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